Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung e. V.
(089) 4141 4406 – 0
kontakt@bv-asv.de

Teilnahmevoraussetzungen

Um im Bereich der rheumatologischen Erkrankungen für Erwachsene bzw. für Kinder und Jugendliche ambulant spezialfachärztlich tätig zu werden, ist eine Berechtigung notwendig, die durch Anzeige beim zuständigen Erweiterten Landesausschuss erworben werden kann. Dazu sind u.a. folgende Punkte nachzuweisen:

  • Personelle Voraussetzungen:

    • Tätigkeit in einem interdisziplinären Behandlungsteam (Näheres zum Aufbau eines ASV-Teams Rheuma finden sie hier.)
    • Erfüllung von Qualitätsanforderungen von Qualitätsvereinbarungen nach § 135 Abs. 2 SGB V, sofern diese für Leistungen des Behandlungsumfangs zutreffen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Infobox.
    • Mindestmengen für die Behandlung von Erwachsenen: das Kernteam muss gemeinsam durch Aufsummierung der durch seine Mitglieder behandelten Patienten mindestens 240 Patienten der eingeschlossenen Diagnosen (Verdacht oder gesichert) pro Jahr in der laufenden ASV behandeln, wobei im ersten Jahr der ASV-Teilnahme eine Unterschreitung von bis zu 50% möglich ist. Auch in den vier Quartalen vor der ASV-Anzeige müssen die Zahlen nur zu 50% nachgewiesen werden. Bei der Berechnung der Mindestmengen zählen die PatientInnen, die von den Mitgliedern des Kernteams im Rahmen der ambulanten oder stationären Versorgung, der integrierten Versorgung nach § 140a SGB V oder einer privat finanzierten Versorgungsform behandelt wurden. Bei der Behandlung von Kindern sind keine Mindestmengen vorgegeben.
  • Prozessuale Voraussetzungen:

    • Zusammenarbeit mit sozialen Diensten, Ergo- und Physiotherapie sowie Orthopädietechnik /-mechanik /-schuhmacher
  • Strukturelle Voraussetzungen:

    • 24-Stunden-Notfallversorgung: Bei Erwachsenen mindestens in Form einer Kooperation des jeweiligen ASV-Teams mit einer rheumatologischen Akutklinik oder einem Krankenhaus mit internistischer Abteilung und Notaufnahme (namentliche Nennung der Einrichtung an den Patienten). Bei Kindern und Jugendlichen mindestens in Form einer Kooperation des jeweiligen ASV-Teams mit einem Krankenhaus mit Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin und Notaufnahme (namentliche Nennung der Einrichtung an den Patienten). Die 24-Stunden-Notfallversorgung umfasst für alle Patienten (Erwachsene und Kinder) auch Notfall-Labor und im Notfall erforderliche bildgebende Diagnostik.
    • Möglichkeit intensivmedizinischer Behandlung besteht.
    • Informationen über Patientenschulungen mit einem strukturierten, evaluierten und zielgruppenspezifischen Schulungsprogramm






In der vertragsärztlichen Versorgung über die KVen unterliegen bestimmte Leistungen einer Genehmigungspflicht. Das heißt ein Arzt darf die Leistung erst zu Lasten der GKV erbringen und abrechnen, wenn er eine Genehmigung dafür von seiner KV erhalten hat – auch wenn diese Leistung Teil seines Fachgebiets laut Weiterbildungsordnung ist. Die Voraussetzungen, um eine solche Genehmigung zu erhalten, sind in Qualitätssicherungsvereinbarungen nach §135 Abs. 2 SGB V geregelt. Das betrifft z.B. die Koloskopie oder eine Reihe bildgebender Verfahren wie Sonographie, Röntgen oder MRT. Eine Übersicht über alle bestehenden QS-Vereinbarungen ist auf der Seite der KBV zu finden: http://www.kbv.de/html/qs-vereinbarungen.php. In den im ASV abrechenbaren Ziffernkränzen sind nun solche genehmigungspflichtigen Leistungen enthalten. Da im ASV die gleichen Qualitätsvorgaben gelten, sind diese mit der Anzeige durch die Ärzte nachzuweisen, die die betreffenden Leistungen im ASV erbringen werden. Während Niedergelassene das relativ einfach über eine vorhandene Abrechnungsgenehmigung der KV bzw. durch einen Verweis auf ihre Arztregisterakte bei der KV erledigen können, müssen Krankenhausärzte das in der Regel zusätzlich durch Vorlage der einzelnen Nachweise belegen. Diese Belege sind dem Erweiterten Landesausschuss mit der Anzeige vorzulegen, nicht der KV. Verfügt ein Krankenhausarzt über eine Ermächtigung, die die genehmigungspflichtigen Leistungen umfasst, so kann er auch auf die KV-Arztakte verweisen.