Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung e. V.
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Die ASV im Überblick

Viele Leistungen, die früher nur stationär durchgeführt werden konnten, können heute ambulant vorgenommen werden. Auf diese Verlagerung hat der Gesetzgeber in den letzten Reformen reagiert, indem er die starre Sektorengrenze zwischen ambulanter (vertragsärztlicher) und stationärer Versorgung aufgebrochen hat. So auch mit der Schaffung des § 116b SGV zur ambulanten Behandlung durch Krankenhäuser im Jahr 2006.

Dieser Paragraph wurde durch das Versorgungsstrukturgesetz zum 1.1.2012 überarbeitet und somit die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (kurz: ASV) geschaffen. Die Grundidee: die ambulante Diagnostik und Behandlung seltener sowie komplexer Erkrankungen und bestimmte hochspezialisierte Leistungen werden in einen neuen Versorgungsbereich überführt. In diesem können dann sowohl Krankenhäuser als auch niedergelassene Ärzte bei entsprechender Qualifikation tätig werden.

Die Details der ASV wie die darin enthaltenen Krankheitsbilder und die Zugangsvoraussetzungen für Ärzte und Krankenhäuser werden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet und beschlossen. Am 21. März 2013 wurde eine erste Fassung der ASV-Richtlinie verabschiedet. Die aktuelle Richtlinie finden Sie hier. Diese wird sukzessive ergänzt durch krankheitsspezifische Regelungen für die einzelnen Indikationen („Konkretisierungen“). Die Konkretisierungen für rheumatologische Erkrankungen (Erwachsene, Kinder und Jugendliche) sind am 19. April 2018 in Kraft getreten. Seit diesem Zeitpunkt können somit ASV-Berechtigungen beantragt werden. Erste ASV-Teams haben sich bereits erfolgreich gebildet.

Eine Teilnahmevoraussetzung ist die Bildung eines interdisziplinären ASV-Teams. Dieses Team besteht aus festgelegten Fachdisziplinen, die in der Regel (Kernteam) bzw. bei Bedarf (Hinzuzuziehende) bei der Behandlung der Krankheit eingebunden sind (erfahren Sie hier mehr zur Teambildung). Im Team müssen bestimmte Mindestfallzahlen an behandelten Patienten mit den relevanten Diagnosen nachgewiesen werden. Weiter müssen definierte persönliche, sächliche und organisatorische Kriterien erfüllt sein, z.B. eine 24h-Notfallversorgung. Gibt es Qualitätssicherungsvereinbarungen nach § 135 Abs. 2 SGB V für bestimmte Leistungen, so sind diese auch im Rahmen der ASV zu erfüllen (z.B. für Ultraschall oder Röntgen). Die konkreten Regelungen für der ASV Rheuma finden Sie hier.

Die Erfüllung dieser Teilnahmevoraussetzungen überprüfen die regionalen Erweiterten Landesausschüsse (ELAs). Diese bestehen aus Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung, Landeskrankenhausgesellschaft und Landesverbände der Krankenkassen. Hat man sein Team gebildet und sämtliche Nachweise zusammengestellt, reicht man seine Teilnahmeanzeige beim ELA ein. Werden keine Unterlagen nachgefordert und wird keine Ablehnung aufgrund fehlender Qualifikation durch den ELA ausgesprochen, kann nach zwei Monaten mit der ASV-Tätigkeit gestartet werden.