Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung e. V.
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Konkretisierung Rheuma kompakt

Die Konkretisierung zu rheumatologischen Erkrankungen wurde am 15.12.2016 vom G-BA beschlossen, ist derzeit jedoch noch nicht in Kraft getreten. Die Konkretisierung besteht aus zwei Teilen: Teil 1 weist die Regelungen für Erwachsene aus, Teil 2 für Kinder und Jugendliche. Der aktuelle Beschlusstext ist beim G-BA abrufbar.

Folgendes legt die Konkretisierung fest:

Patientenzielgruppe

Für Patienten ab dem 18. Lebensjahr umfasst die Konkretisierung die Diagnostik von Patienten bei Verdachtsdiagnose oder gesicherter Diagnose einer rheumatologischen Erkrankung sowie deren Behandlung, wenn diese aufgrund der Ausprägung der Erkrankung eine interdisziplinäre oder komplexe Versorgung oder eine besondere Expertise oder Ausstattung bedarf. Die Liste der umfassten Diagnosen finden Sie hier. Die Aufnahme in der ASV Rheuma kann auch aufgrund einer Verdachtsdiagnose erfolgen. Es muss eine Mindestdiagnostik gestellt werden:

  1. Anamnese (z. B. positive Familienanamnese, Morgensteifigkeit der Gelenke (> 30 Minuten), Trauma, Schmerz, nächtlicher Rückenschmerz, rezidivierende Gelenksteife),
  2. Körperlicher Untersuchung (z. B. Bewegungseinschränkung, extraartikuläre Manifestationen, schmerzhafte Gelenkschwellung),
  3. Laboruntersuchungen (z. B. Entzündungsparameter, falls vorhanden auch spezifische Antikörper wie Antinukleäre Antikörper (ANA) oder Anti-CCP-Antikörper)
  4. Fakultativ: Bildgebung (falls bereits vorhanden)

Die Verdachtsdiagnose muss innerhalb von zwei Quartalen nach Erstkontakt in eine gesicherte Diagnose überführt sein.

Bei Kindern und Jugendlichen ist eine ASV-Aufnahme möglich, wenn eine der folgenden Diagnosen als Verdachtsdiagnose oder gesicherte Diagnose vorliegt. Eine Mindestdiagnostik oder medizinische Begründung des Zuweisers ist dabei nicht nötig.

Überweisungserfordernis

Es besteht ein Überweisungserfordernis durch den behandelnden Vertragsarzt. Nach zwei Quartalen ist eine erneute Überweisung erforderlich und möglich, sofern die Voraussetzungen des besonderen Krankheitsverlaufs weiterhin gegeben sind. Für Patienten aus dem stationären Bereich des ASV-berechtigten Krankenhauses oder für Patientinnen oder Patienten von im jeweiligen Indikationsgebiet tätigen vertragsärztlichen ASV-Berechtigten in sein ASV-Team besteht kein Überweisungserfordernis.

Im Weiteren enthält die Konkretisierung alle Vorgaben und Voraussetzungen, die die Teambildung, sächliche / organisatorische Anforderungen, die Dokumentation sowie Mindestmengen betreffen.

Vorgaben zur Bildung des interdisziplinären Teams

Vorgaben zu den weiteren Teilnahmebedingungen.