Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung e. V.
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Checkliste: Getting startet – das ist jetzt zu tun

Ihre ASV-Anzeige war erfolgreich, wie geht es nun konkret weiter?
Mit unserer Checkliste möchten wir Ihnen mit praktischen Tipps den Einstieg in die ASV erleichtern:
Operative Dinge
Haftpflichtversicherung informieren: Alle Teammitglieder sollten die jeweilige Haftpflichtversicherung über die Aufnahme einer Tätigkeit im Rahmen des § 116b SGB V informieren. Dazu reicht ein formloses Schreiben. Uns ist bisher kein Fall bekannt, in dem Nachfragen oder gar eine Prämienerhöhung erfolgt sind.
Formulare bestellen: In der ASV werden grundsätzlich die Formulare der Regelversorgung verwendet – mit Ausnahme des Rezepts. In der ASV ist ein eigener Rezeptblock nötig, den alle Teammitglieder bestellen müssen. Dafür gilt der reguläre Bezugsweg, d.h. entweder über die KV oder direkt bei der Druckerei. Krankenhausärzte müssen zusätzlich auch die sonstigen Formulare bestellen. Mehr Informationen zum Formularwesen in der ASV finden sich bei der KBV unter https://www.kbv.de/html/8161.php.
Technische Struktur für die Abrechnung: Jeder Leistungserbringer im Team muss sich mit der Organisation der Abrechnung beschäftigen. Krankenhäuser rechnen ASV-Leistungen, die von Krankenhausärzten im ASV-Team erbracht werden, über die reguläre Krankenhausabrechnung nach § 301 SGB V ab. Dafür ist in der Regel eine Anpassung des KIS notwendig, da die EBM-Ziffern zu hinterlegen sind. Niedergelassene können entweder bilateral mit den Kassen abrechnen (aufwändig!) oder die KV als Dienstleister beauftragen. Dafür stellen die KVen auf ihren Internetseiten entsprechende Auftragsmuster zur Verfügung (siehe auch https://bv-asv.de/asv/arbeiten-in-der-asv/wirtschaftliche-aspekte/abrechnungsangebote-der-kven/). Bei einer Beauftragung der KV ist grundsätzlich in der Praxissoftware die ASV-Abrechnung zu aktivieren. Einige Anbieter verlangen dafür zum Teil hohe Gebühren. Versuchen Sie, bei zu hohen Angeboten auf jeden Fall zu verhandeln.
Organisation der Teamverwaltung: Ihr Team wird sich laufend ändern – so kommen vielleicht neue Kollegen hinzu, die Praxiskonstellationen der teilnehmenden Ärzte ändern sich oder Ärzte scheiden aus. Legen Sie fest, wer Ansprechpartner für solche Fälle ist und erinnern Sie alle Kollegen im Team nochmal an ihre Informationspflicht im Falle solcher Änderungen.
Absprachen im Team
Kontaktdaten im Team austauschen: Besprechen Sie im Team, ob Sie Telefonnummern und Emailadressen austauschen, unter denen eine rasche Kontaktaufnahme unter den Teammitgliedern in dringlichen Fällen möglich ist, um z.B. kurzfristig einen Termin für Patienten vereinbaren zu können.
Überweisungsprozess besprechen: Kernteammitglieder können sich Patienten in der ASV ohne Überweisung schicken, die hinzuzuziehenden Fachärzte werden auf Überweisung (durch ein Kernteammitglied) tätig. Erfahrungen aus ASV-Teams haben gezeigt, dass es von Vorteil ist, auch innerhalb des Kernteams einen Überweisungsschein mitzugeben, um die aufnehmende Praxis über die ASV-Teilnahme zu informieren. Tipp: legen Sie sich im Team „ASV“-Stempel zu, die Sie plakativ auf allen Überweisungen für ASV-Patienten aufdrucken.
Festlegung interner „Spielregeln“ für die Einschreibung der Patienten: Grundsätzlich setzt die Aufnahme eines Patienten in die ASV eine Überweisung durch einen Vertragsarzt (z.B. Hausarzt) voraus. Bestandspatienten, die bei den ASV-teilnehmenden Ärzten schon vorher behandelt wurden, können ohne Überweisung in die ASV eingeschlossen werden. Die Aufnahme von Patienten in die ASV ist per Richtlinie nicht auf einzelne Teammitglieder (z.B. Teamleitung) beschränkt – grundsätzlich kann jeder im Team einen Patienten aufnehmen. Besprechen Sie im Team, ob Sie das so offen handhaben wollen, oder ob Sie den Patienteneinschluss auf bestimmte Teammitglieder einschränken wollen. In dem Zusammenhang ist auch zu besprechen, wie Sie im Team die Voraussetzungen gemäß der Konkretisierung auslegen wollen. So sieht der Gesetzgeber die ASV ja als Versorgungsform für Patienten, die aufgrund der Ausprägung ihrer Erkrankung Bedarf an einer interdisziplinären Versorgung haben. Zu klären ist also, ob beispielsweise Patienten in stabiler Remission eingeschlossen werden sollten.
Anlaufphase besprechen: Stimmen Sie sich im Team ab, welche Patientenzahlen Sie in der Anlaufphase anstreben. Einige Teams testen im ersten ASV-Quartal zunächst mit einer überschaubaren Patientenzahl, um die operativen Prozesse zu erproben.
Festlegung von Dokumenten: Die ASV erfordert eine Information und Aufklärung der Patienten, keine Einschreibung.  Der Patient muss über die Versorgungsform, die Ärzte im Team und das Tätigkeitsspektrum informiert werden. Es ist sinnvoll, dafür im Team einheitliche Dokumente zu nutzen.
Als Verband haben wir eine allgemeine Vorlage, die selbst gedruckt werden kann: https://bv-asv.de/wp-content/uploads/2019/02/BVASV_Rheuma_Patienten-Broschuere_final.pdf
Alternativ kann diese allgemeine Vorlage auf Wunsch auch individualisiert werden – mehr Informationen dazu unter https://bv-asv.de/publikationen-medien/publikationen/
Auch bietet der G-BA eine Patienteninformation an, die verwendet werden kann https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4077/2019-11-05_G-BA_Merkblatt_Patienteninformation_ASV_bf.pdf
Die meisten Teams ergänzen diese Informationsunterlagen noch durch eine Liste der am Team teilnehmenden Ärzte.
Information der Einweiser: Da die ASV ja grds. eine Überweisung voraussetzt, ist es sinnvoll, die zuweisenden Kollegen zu informieren. Einige Teams laden dafür zu einer Infoveranstaltung, andere informieren schriftlich.
Seitens des Verbands haben wir einen Info-Flyer: https://bv-asv.de/wp-content/uploads/2019/04/Zuweiserinfo_2018_DIN_lang_final.pdf
Da bei der Überweisung mit Verdachtsdiagnose eine Mindestdiagnostik vorliegen muss, haben wir für diese Fälle ein Musterformular erstellt: https://bv-asv.de/wp-content/uploads/2019/04/Zuweiserformular_final.pdf