Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung e. V.
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Vergütung in der ASV

Die Vergütung in der ASV orientiert sich derzeit am EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab), der Gebührenordnung für die vertragsärztliche Versorgung. Dafür legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für die ASV Rheuma den so genannten “Behandlungsumfang” fest, d.h. er definiert diejenigen Leistungen abschließend, die im Rahmen der ASV für einen Rheumapatienten erbracht und abgerechnet werden können. Dabei greift der G-BA im Wesentlichen auf den EBM zurück. Er kann aber auch Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in den Behandlungsumfang aufnehmen, die noch keine EBM-Leistungen sind. Diese können dann in der ASV abgerechnet werden, auch durch ASV-berechtigte Vertragsärzte. Bei Rheuma sind dies:

  • Augenärztliche Leistungen, die nicht als eigenständige GOP im EBM vorliegen, sondern Bestandteil von Pauschalen sind
  • Nur bei Patienten ab dem 18. Lebensjahr: PET; PET/CT (18F-Fluordesoxyglukose) bei Patienten mit Verdacht auf Großgefäßvaskulitiden bei unklarer Befundkonstellation (z. B. trotz komplexer Diagnostik inklusive konventioneller Bildgebung, Liquordiagnostik oder histologischer Befunde, Gefäßsonografie) mit dem Ziel, einer therapeutischen Konsequenz
  • Bei Jugendlichen in der Übergangsrheumatologie ein geleiteter Übergang in ein erwachsenenorientiertes Versorgungssystem (Transition) unter Berücksichtigung der individuellen Entwicklung und Krankheitsbewältigung unter Koordination eines Kinderrheumatologen

Diese Liste der abrechenbaren Gebührenordnungspositionen findet sich in der Anlage der Konkretisierung ASV Rheuma, dem sogenannten Appendix. ASV-berechtigte Krankenhäuser können – über den festgelegten Behandlungsumfang hinaus – weitere fachärztliche Leistungen erbringen, sofern diese in unmittelbarem Zusammenhang mit der ASV-Erkrankung stehen, sie im selben Krankenhaus erbracht werden und Patienten eine gesonderte Überweisung in die vertragsärztliche Versorgung nicht zuzumuten ist.

Extrabudgetäre Vergütung

Für ASV-Leistungen gilt der jeweils gültige Punktwert der regionalen Euro-Gebührenordnung (2017 in der Regel 10,44 Cent). Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden werden zunächst nach GOÄ vergütet. Die Leistungen werden dabei dennoch direkt mit den Kassen abgerechnet, nicht per Kostenerstattung dem Patienten in Rechnung gestellt. Es gelten folgende Steigerungssätze:

  • Leistungen des Abschnitts M der GOÄ (Labor) sowie nach der Nr. 437 GOÄ (Labor bei Intensivbehandlung): 1,0facher Steigerungssatz
  • Leistungen der Abschnitte A, E und O der GOÄ (Gebühren in besonderen Fällen, Physik.-med. Leistungen, Strahlenmedizin / MRT): 1,2facher Steigerungssatz
  • Übrige Leistungen: 1,5facher Steigerungssatz

Im nächsten Schritt nimmt der ergänzte Bewertungsausschuss diese Leistungen in den EBM auf. Dafür gibt es einen eigenen Abschnitt VII (Kapitel 50 und 51), der ausschließlich für ASV-teilnehmende Ärzte und Kliniken abrechenbar ist. Im Kapitel 50 sind dabei Leistungen enthalten, die genau einer ASV-Indikation zugeordnet sind. Gebührenordnungspositionen, die übergreifend für mehrere Indikationen relevant sind, werden ins Kapitel 51 aufgenommen.

Nächster Schritt: eigene Gebührenordnung

Mittel- bis langfristig soll eine eigene Gebührenordnung für die ASV entwickelt werden. Diese wird voraussichtlich diagnoseabhängige Fallpauschalen (so genannte ambulante DRG) enthalten. Das bedeutet, dass dann alle Ärzte eines Behandlungsteams gemeinsam eine Pauschale erhalten, die untereinander aufzuteilen ist, und deren Höhe weitgehend unabhängig von den tatsächlich erbrachten Leistungen ist.

Links

Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

Appendices der bereits beschlossenen Konkretisierungen im Excel-Format